Martin Imboden

Geboren am 12.12.1963, aus Hohtenn. Ursprünglich erlernte ich den Beruf als Maler. Durch einen Unfall kam ich 2005 zum Bogenschiessen, dass ich heute sehr erfolgreich mit viel Disziplin und Leidenschaft durchführe. Seit einigen Jahren lebe ich in Visp (Wallis / Schweiz). 

Wie alles begann...  (Artikel aus der RZ - 2006)

Eine Knieverletzung wird für Martin Imboden zum traurigen Schicksal. Weder der Kanton Wallis noch seine Krankenkasse liessen ihn ausserkantonal behandeln, obwohl die Basler Spezialisten die einzigen waren, die Fortschritte erzielten. Martin Imboden klagt an: „Die Walliser Bürokraten haben mir mein ganzes Leben ruiniert!“ Heute ist der 40Jährige im Rollstuhl – und ein gebrochener Mann.
Von Ruth Seeholzer

„Die sollen mir endlich das Bein abnehmen. Ich mag nicht mehr.“ Wer Martin Imboden kennt, traut seinen Ohren kaum. Das soll derselbe junge Mann sein, der immer fröhlich zur Arbeit ging, der schon mit 23 Jahren ein Haus fast im Alleingang gebaut hatte, mit einem grossen Garten, wie er ihn sich immer wünschte? Nach sieben Jahren Leiden ist der Job verloren, das Haus verkauft. Und Martin Imboden verzweifelt: „Die Ärzte im Bruderholzspital in Basel hätten mein Bein retten können!“ Seine Krankenkasse, die CSS, und der Vertrauensarzt des Kantons Wallis liessen es nicht zu.

„Nicht nachvollziehbar“
„Ob wir das Bein hätten retten können, kann man natürlich nie mit letzter Sicherheit sagen“, meint Professor Niklaus Friederich, Chefarzt im Bruderholzspital, etwas vorsichtiger. „Tatsache aber ist, dass Martin Imboden wegen auch im Nachhinein schwer nachvollziehbarer Entscheide des Walliser Gesundheitsdepartementes nicht die optimale Behandlung erhalten hat, die er verdient hätte.“ Aber der Reihe nach: Am 26. November 1997, ein Mittwochabend ists, als Martin nach Feierabend auf dem Weg von der Bude zum Parkplatz über eine Mauer springt. Einen guten Meter hoch ist sie, diese verflixte Mauer, und Martin und seine Kollegen nehmen jeden Abend diese Abkürzung zu ihren Fahrzeugen. Aber schon beim Landen auf dem Boden spürt der junge Maler, dass etwas mit seinem rechtem Knie nicht mehr stimmt. „Es tat weh, und ich humpelte zum Auto.“ Der Schmerz lässt nicht nach, der Arzt diagnostiziert einen Kreuzbandriss mit Komplikationen.

Ausserkantonal?
Der Spezialist im Visper Spital, Dr. Richard Herzog, nimmt sich des Patienten an. Ein Eingriff folgt, dann ein nächster, die Kreuzbänder werden ersetzt. Weitere Komplikationen treten auf. Dr. Herzog will die Meinung eines Spezialisten einholen. Er weist Martin Imboden Professor Niklaus Friederich zu. Das Bruderholzspital geniesst europaweit einen exzellenten Ruf im Behandeln von komplexen Knieproblemen. Trotzdem ist es Martin im ersten Moment nicht sehr wohl: „Ich wollte nicht ausserhalb des Kantons hospitalisiert werden. Ich hatte Vertrauen gefasst zu Dr. Herzog.“ Doch er lässt sich vom Visper Chefarzt überzeugen, dass nur noch die Spezialisten in Basel etwas für ihn tun können.

Endlich Fortschritte!
Sehr schnell fasst Martin auch zu Professor Friederich und seiner Crew Vertrauen. Und sein Knie beginnt Fortschritte zu machen. Nun ist das Bruderholz-Spital jedoch kein Vertragsspital des Kantons Wallis. Es braucht also eine sogenannte Kostengutsprache des Vertrauensarztes des Staates Wallis, damit Martin ausserkantonal behandelt werden darf. Was die ersten Male auch überhaupt kein Problem ist. Dann wird es schwierig. Der neu für das Oberwallis zuständige Vertrauensarztes des Kantons, Dr. Guido Loretan, stellt sich plötzlich quer. Mit der Begründung: „Diese Behandlung kann auch im Kanton Wallis durchgeführt werden“, weist er den Antrag auf Kostengutsprache ab.

Unglaubliche Verzögerungen
Was nun folgt, gleicht einem Krimi. Zwar ist Martin auch für ausserkantonale Spitalaufenthalte versichert. Die Mühlen der CSS, seiner Krankenkasse, mahlen jedoch langsam. Als die CSS endlich reagiert, verlangt sie zuerst eine Bewilligung des Kantonsarztes. Dieser wiederholt seine Ablehnung. Das Bein verschlimmert sich zusehends. Nach längerem Hin und Her organisiert der Vertrauensarzt immerhin einen Aufenthalt in der neu errichteten SUVA-Rehabilitationsklinik in Sitten. Die Zeit läuft davon. Doch Martin wartet über drei Monate, bis die Klinik ihn aufnimmt – und ihn wenige Tage später mit den Worten entlässt, dass er bei ihnen am falschen Platz sei.

Schrecken ohne Ende
An diesem Punkt seiner Erzählung angelangt, kann Martin nicht mehr an sich halten. „Ist das nicht unglaublich! Sie halten mich davon ab, von Spezialisten behandelt zu werden, mit der Begründung, hier im Wallis gäbe es genug Behandlungsmöglichkeiten, und dann folgt der Entscheid, dass sie in Sitten nichts für mich tun können!“ Doch damit noch nicht genug. Vertrauensarzt Loretan lehnt trotz Misserfolg in Sitten ein weiteres Gesuch um ausserkantonale Behandlung ab – diesmal ohne Begründung. „Ich habe die Welt nicht mehr verstanden.“ Martin schüttelt den Kopf. Heute, fast sieben Jahre nach seinem ‚Misstritt’, ist Martin ein gebrochener Mann. „Währenddem ich Ärzte gefunden habe, die alles Menschenmögliche für mich getan haben, haben der Kanton Wallis und meine Krankenkasse versagt. In einem kläglichen Hin und Her wollten sie die Kosten für meine Behandlung gegeneinander abschieben.“ Der Leidtragende ist Martin Imboden. Sein rechtes Bein ist inzwischen, mangels richtiger Behandlung, steif und nicht mehr heilbar. Tag und Nacht hat er Schmerzen. 
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Persönliches Ziel:

Nach der Teilnahme an den Paralympics in
Rio de Janeiro 2016 konzentriert sich Martin auf ein weiteres Ziel:

2017 findet die WM in Beijing (Peking) statt.

Martin Imboden, Litternaweg 1A, CH-3930 Visp  -  Tel. +41 (0)79 465 45 30  -  martin@martin-imboden.ch